WDR-Studie: Glaubwürdigkeit der Medien
Zum vierten Mal hat Infratest dimap im Auftrag des WDR 1.000 die Deutschen nach den Medien gefragt, die sie für glaubwürdig halten und denen sie vertrauen. Ergebnis: 61 Prozent der Befragten halten die Informationen in deutschen Medien grundsätzlich für glaubwürdig. Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2018 ist dieser Wert laut WDR leicht gesunken (65 Prozent), liegt aber über den Werten von 2015 (52 Prozent) und 2016 (57 Prozent).
Die höchste Glaubwürdigkeit schreiben die Befragten öffentlich-rechtlichen Radiosendern zu (78 Prozent). Ähnlich gut schneiden Tageszeitungen ab, 76 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen halten sie für glaubwürdig. Auf einen ähnlichen Wert kommen öffentlich-rechtliche Fernsehsender (74 Prozent). Gut die Hälfte (59 Prozent) hält die Informationen hier für glaubwürdig. Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften überzeugen 46 Prozent der Befragten. Verlierer der WDR-Umfrage sind die Boulevardpresse sowie die sozialen Netzwerke. Demnach bewerten die meisten Befragten die Boulevardpresse als „weniger glaubwürdig“, nur 7 Prozent halten sie für glaubwürdig. Auch die Informationen in sozialen Netzwerken schätzen die Deutschen größtenteils als wenig glaubwürdig ein, wobei es zwischen den einzelnen Plattformen durchaus Unterschiede gibt.
Vertrauen in öffentlich-rechtlichen Rundfunk erneut gestiegen
Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist im Vergleich zu den Vorjahren bei den Befragten gestiegen: Zwei Drittel (67 Prozent) geben an, großes oder sehr großes Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu haben (plus drei Prozentpunkte als vor eineinhalb Jahren und plus sechs Prozentpunkte mehr als 2015 und 2016). Verglichen mit anderen Institutionen rangieren in puncto Vertrauen die Polizei (87 Prozent, minus 2), die Verbraucherzentrale (75 Prozent, plus 1), das Bundesverfassungsgericht (73 Prozent, minus 2) und die Stiftung Warentest (72 Prozent, minus 2) vor dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Unter anderem Tageszeitungen (54 Prozent, minus 1), der Bundesregierung (37 Prozent, plus 4) und privaten Rundfunksendern (21 Prozent, plus 1) bringen die Deutschen weniger Vertrauen entgegen.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk bleibt Hauptinformationsquelle
Zusammen 52 Prozent der Befragten nennen öffentlich-rechtliches Fernsehen (32 Prozent), öffentlich-rechtliches Radio (11 Prozent) oder die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender (9 Prozent) als ihre ersten Anlaufstellen für politische Informationen. Tageszeitungen kommen auf 22 Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen zeigt sich das gleiche Bild: Auch unter ihnen nutzen zusammen 53 Prozent öffentlich-rechtliches Fernsehen (20 Prozent), die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender (19 Prozent) und öffentlich-rechtliches Radio (14 Prozent) an erster Stelle, um sich politisch zu informieren. Soziale Medien wie Youtube, Facebook, Instagram oder Twitter nennen dagegen nur 9 Prozent der Jüngeren als ihre politischen Hauptinformationsquellen.
Alle Ergebnisse zum Download sowie die Pressemitteilung zur Studie gibt es hier.
